fb-pixel
Zurück zu den Case Studies

AI als strategisches Brand Asset

Wie wird aus einem technischen KI-Experiment ein strategisches Brand Asset? Die Antwort: Es liegt am Team, nicht am Tool. Gemeinsam mit Vattenfall haben wir eine Lernreise gestartet, die über bloße Demos hinausging. Wir haben eine echte gemeinsame Praxis entwickelt: Workflows wurden im Alltag getestet und Methoden direkt ausprobiert. So wurde KI zu einem Partner, der beim Denken hilft und den täglichen Kleinkram beschleunigt – während das Team weiterhin die kreative Kontrolle behält.

Rocky coastline with sparse pine trees, calm blue sea, a red building among trees, and a clear blue sky on a sunny day.

Was wir gelernt haben

Bei der Markenarbeit erzeugt Technologie allein keinen Impact – sondern Teams. Der eigentliche Wert entsteht durch den Lernprozess: Piloten starten, Annahmen einem Stresstest unterziehen und gemeinsam entscheiden, was nützlich, sicher und markenkonform ist.

Genau auf dieses Mindset haben wir uns in der gemeinsamen Trainings-Journey von Futurice und Vattenfall konzentriert: Weniger Tool-Hype, mehr gemeinsame Praxis.

  • Julia Klausch

    Wir brauchten keine weitere KI-Demo. Wir brauchten einen Weg, um zu bewerten, was unsere Arbeit wirklich voranbringt.

    Julia Klausch, Senior Manager Brand Communication, Vattenfall GmbH

Der Moment, in dem wir begriffen haben: Der Knackpunkt ist nicht die Technik

Schon früh wurde klar: Die Funktionalität der KI war nicht der limitierende Faktor. Die eigentliche Herausforderung war das, was innerhalb eines Teams passiert: Wie entscheiden wir, was wir testen? Wie bewerten wir die Qualität? Und wie machen wir aus individuellen Experimenten eine gemeinsame Arbeitsweise?

Diese Erkenntnis ist nicht neu – der Harvard Business Review brachte es schon 2019 auf den Punkt: Die größte Hürde ist nicht die Technologie, sondern die Kultur. Die Analyse zeigte auch, dass nur ein Bruchteil der Unternehmen die notwendigen Praktiken für eine breite Adaption etablierte, die meisten blieben bei isolierten Ad-hoc-Piloten stecken.

Das war der Wendepunkt für uns (Futurice × Vattenfall): Wir haben aufgehört zu fragen „Welches Tool ist das beste?“ und angefangen, eine Team-Mentalität aufzubauen. Es ging darum, offen zu testen, bessere Fragen zu stellen und gemeinsam zu bewerten, was wirklich wertvoll ist – und was nicht.

  • Jennifer Skupin

    Unser Ziel war es nicht, einfach noch mehr Tools einzuführen. Es ging darum, Selbstvertrauen, eine gemeinsame Sprache und verantwortungsvolle Workflows aufzubauen – damit das Team klar definieren kann, warum KI überhaupt eingesetzt werden sollte, und nicht nur wie.

    Jennifer Skupin, Executive Creative Leader and Head of Design, Futurice

6 Sessions: Von der KI-Theorie direkt in die Praxis

In sechs Sessions haben wir KI nicht als reine Content-Maschine behandelt. Wir haben sie als Partner gesehen, der den Arbeitsalltag erleichtert, das Denken schärft und Teams hilft, schneller zu lernen – während die Entscheidungsgewalt immer beim Menschen bleibt.

Jedes Modul war auf „Active Learning“ ausgelegt: in kleinen Schritten experimentieren, bessere Fragen stellen und Ergebnisse gemeinsam im Team bewerten. Es ging nicht um perfekte Antworten, sondern darum, Vertrauen und Urteilsvermögen aufzubauen und Arbeitsweisen zu entwickeln, die im Alltag wirklich funktionieren.

Die Schwerpunkte der Module

    1. KI-Grundlagen und die Basics für gutes Prompting.
    1. Wie nutzt man KI für Research und Analysen?
    1. KI in der Strategie: Vorurteile (Biases) und Limitierungen der Technologie.
    1. Wie hilft KI im Projektmanagement?
    1. Wie baut man eigene AI Agents und Automatisierungen?
    1. Wie verändert KI unsere Welt? Ein Workshop zu Future Thinking.

Drei Erkenntnisse, die unsere Arbeit wirklich verändern

1. KI ersetzt keine Strategie – sie macht sichtbar, ob man eine hat

Eine der wichtigsten Erfahrungen war: KI funktioniert wie ein Spiegel. Ist das Briefing schwammig, wird auch das Ergebnis schwammig. Wenn die Erfolgskriterien unklar sind, diskutiert das Team am Ende über „Geschmack“ statt über echte Entscheidungen.

Im Training haben wir es simpel formuliert: Die KI ist nur so gut wie die Frage, die man ihr stellt. Und was noch wichtiger ist: Unsere Aufgabe als Strateg:innen ist es nicht, die KI für uns entscheiden zu lassen.

  • Joost Tadema

    Die Stärke des Programms war, wie es das gesamte Team in den Lernprozess einbezogen hat. Statt nur Ergebnissen hinterherzujagen, haben wir eine gemeinsame Art entwickelt, Dinge zu testen und zu diskutieren. So konnten wir entscheiden, was unsere Arbeit wirklich voranbringt.

    Joost Tadema, Brand Communications Manager, Vattenfall Group

2. Der größte ROI liegt in den Workflows, nicht in schicken Einzelergebnissen

Klar, KI kann Inhalte schnell generieren. Aber die wirklich verlässlichen Gewinne liegen darin, den täglichen Kleinkram zu vereinfachen: Infos zusammenfassen, strukturieren, Abstimmungen beschleunigen. Ein Grundsatz, den wir immer wieder betont haben: Echte Produktivität entsteht dann, wenn Workflows Spaß machen und sich das Team damit sicher fühlt. Nur so wird die Nutzung nachhaltig und die Qualität besser.

Greifbar wurde das Ganze, indem wir KI direkt mit ganzen Arbeitsabläufen verknüpft haben, statt nur isolierte Aufgaben zu lösen. Wir haben nicht gefragt: „Wo kann die KI mal eben was für uns erstellen?“, sondern: „Welche Kernprozesse können wir mit KI und Daten so neu denken, dass sie schneller, smarter und nahtloser funktionieren?“ Dieser Wechsel hat KI von einem netten Tool in einen echten Motor für das gesamte Unternehmen verwandelt.

  • Evelina Kamasheva

    Es geht nicht darum, ‚KI mehr zu nutzen‘. Es geht darum, schneller zu lernen und zu bewerten, wo das Team wirklich profitiert. Wir haben auf kurze Testzyklen gesetzt, damit aus Experimenten feste Arbeitsweisen werden.

    Evelina Kamasheva, Strategic Designer, Futurice

3. Vertrauen und Differenzierung werden wichtiger, nicht unwichtiger

Je mehr KI in den Alltag rückt, desto mehr werden Brand-Teams zu Hütern des Vertrauens – nicht nur der Tonalität. Wenn Inhalte und Entscheidungen durch Automatisierung schneller werden, steigt das Risiko: Kleine Fehler skalieren schneller und Fehlentscheidungen ziehen weitere Kreise.

Deshalb haben wir Vertrauen und Qualität direkt in das Workflow-Design eingebaut, statt sie erst am Ende zu prüfen. Es ging nicht nur darum, ob wir etwas generieren können, sondern ob wir es sollten – und nach welchen Regeln. In der Praxis hieß das: Platz für menschliche Kontrolle schaffen und genau definieren, was „markenkonform und vertrauenswürdig“ bedeutet, bevor etwas automatisiert wird.

Gleichzeitig wird es schwieriger, sich abzuheben. KI macht „Durchschnitt“ billig und schnell. Der strategische Vorteil liegt also künftig bei dem, was man nicht automatisieren kann: eine klare Haltung, kreative Originalität und Glaubwürdigkeit.

Unser gemeinsames Fazit

Am Ende war es nicht die KI, die den Unterschied gemacht hat.

Es war die Mentalität, die wir im Team entwickelt haben: offen Dinge ausprobieren, bessere Fragen stellen und Ergebnisse gemeinsam bewerten – mit Vertrauen, Qualität und menschlichem Urteilsvermögen im Zentrum.

  • Julia Klausch

    Was ich besonders schätze: Wir als Markenteam sind jetzt alle auf demselben Wissensstand, auf dem wir gemeinsam aufbauen können.

    Julia Klausch, Senior Manager Brand Communication, Vattenfall GmbH

Mehr erfahren

Get in touch

Unterstützung gesucht – für eine Idee, ein neues Projektbriefing oder ein laufendes Vorhaben? Einfach melden für ein unkompliziertes Gespräch.